P.E.A.R.S – Prospective Effectiveness Assessment for Road Safety

Fast jeder Neuwagen ist heutzutage mit einer Reihe an verschiedensten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet, seien es relativ einfache Spurwechselwarner oder bereits automatische Notbremsassistenten, die Unfälle im Stadtverkehr verhindern bzw. Kollisionen abmildern sollen. Zudem ist das autonome Fahren, vor allem auf Autobahnen, bereits in Sichtweite und wird in (naher) Zukunft kommen.

Die Frage, die sich somit unausweichlich vielen Ingenieuren stellt, ist die nach dem Einfluss der Systeme auf den realen Straßenverkehr. Wie sehr macht sich die steigende Marktdurchdringung im Verkehrsgeschehen bemerkbar und in welchen Maße verhindern die Systeme Unfälle und Verletzungen? Letztere Frage zielt dabei auf die Pre-Crash-Phase ab, d.h. auf die Zeit vor der ersten Kollision eines drohenden Unfalles – eine Frage, die sich aufgrund fehlender Daten im realen Straßenverkehr nicht sofort beantworten lässt.

Um sich diesen Fragen zu widmen, hat sich 2012 mit P.E.A.R.S („Prospective Effectiveness Assessment for Road Safety“)  ein internationales Konsortium gegründet, das vornehmlich aus Partnern aus der Automobilindustrie, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Universitäten (z.B. der TU Dresden) besteht. Ziel ist es dabei, eine verständliche, zuverlässige und anerkannte Simulationsmethode für die quantitative Bewertung unfallvermeidender Technologien / Fahrerassistenzsysteme zu entwickeln. Zudem soll ein ISO Standard für die vorausschauende Bewertung der Verkehrssicherheit von im Fahrzeug verbauter aktiver Fahrerassistenzsysteme erarbeitet werden – auch hier unter Einbezug von virtuellen Simulationsmethoden, die eine kostengünstige Bewertung ermöglichen sollen.

Das P.E.A.R.S. Konsortium gliedert sich insgesamt in vier Unterarbeitsgruppen, wobei ich seit November des vergangenen Jahres in Arbeitsgruppe  A (WGA) „Methods, models and effectiveness calculation“ mitarbeiten darf. Das Ziel von WGA liegt hierbei vornehmlich in der Beantwortung der folgenden drei Fragestellungen:

  1. Definition von Bewertungszielen sowie einer Vergleichsbasis („Baseline“) für die Bewertung
  2. Implementierung von virtuellen Simulationsmodellen
  3. Entwicklung von Metriken für die Schätzung der Effektivität der Sicherheitssysteme

Nachdem ich aktuell noch dabei bin, mir einen Überblick über die bereits umfangreiche Arbeit der WGA zu verschaffen, kann ich mein genaues Themenfeld zu dem aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend definieren. Allerdings scheint es, als dass ich mich auch in der WGA – ähnlich wie in SePIA – mit der Vergleichbarkeit / Hochrechnung der Simulationsergebnisse für andere Regionen / Länder beschäftigen werde.

Bisher bereitet mir die Arbeit in diesem äußerst internationalen Konsortium sehr viel Freude und ich freue mich schon im März von der General Assembly in Frankfurt berichten zu dürfen. Für weiterführende Informationen / zukünftige Publikationen empfiehlt sich auf alle Fälle ein regelmäßiger Besuch der P.E.A.R.S-Homepage unter www.pearsinitiative.com!

„Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.“

Gemäß dieses Zitates von Henry Ford wünsche ich Ihnen und Euch ein gutes neues und erfolgreiches Jahr 2019! Auf dass all Ihre und Eure Wünsche für das neue Jahr in Erfüllung gehen mögen.

Ich selbst bin an der Nordsee mit einem wunderschönen Blick auf das Feuerwerk der Insel Föhr in das neue Jahr gestartet und werde mich in den verbleibenden Tagen weiter der Biografie von Alice Schroeder über Warren Buffet („Das Leben ist wie ein Schneeball“) widmen.

Ich wünsche einen erholsamen restlichen Winterurlaub und verabschiede mich bis demnächst!

PS: Der nächste Beitrag im Januar wird sich um die P.E.A.R.S-Initiative (www.pearsinitiative.com) drehen.

Dresden und Sachsen in den Medien: Wenn die eigene Alma Mater negativ assoziiert wird

Es war ein schleichender Prozess. Begonnen hat er ungefähr, als ich Dresden das erste Mal verlassen hatte, um im Süden von Deutschland mein Fachpraktikum zu absolvieren. Während meines anschließenden Auslandssemesters in Loughborough (UK) begann ich dabei zu realisieren, dass dieser Prozess nicht nur in Deutschland stattfindet, sondern von globalen Ausmaß ist.

Mit „Prozess“ meine ich in diesem Kontext die immer stärkere werdende Assoziation von Dresden mit Pegida bzw. von ganz Sachsen mit Rechtsextremismus.

Als ich aus meinem Auslandssemester zurückkehrte war ich mir daher, eingeschüchtert durch die mediale Berichterstattung, unsicher, was mich genau erwarten würde. Tatsächlich musste ich jedoch schnell feststellen, dass sich in meiner selbst geschaffenen „Blase“ aus Universität und diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht viel verändert hatte. Als nennenswerte Veränderungen in meinem unmittelbaren Alltag waren höchstens die zahlreichen Aufrufe zu „Gegendemonstrationen“ zu erwähnen. Ansonsten galt „Business as usual“.

Während meines MBAs in Paris und Frankfurt allerdings konnte ich dann zum ersten Mal wirklich auch für mich sehr nachdrückliche Erfahrungen bezüglich der Außenwahrnehmung von Sachsen / Dresden sammeln. Denn bei dem Großteil meiner neuen Bekanntschaften konnte ich unmittelbar nach meiner Selbstvorstellung damit rechnen, dass ich mit Fragen zu Pegida und Rechtsextremismus konfrontiert werde. In einigen Gesprächen hatte ich dabei fast den Eindruck, dass ich mich für meinen Studienort und somit auch für meine Universitätswahl rechtfertigen müsste – vor allem, da ich ursprünglich kein gebürtiger Sachse bin. Den Höhepunkt erreichte diese Entwicklung als ich einem Studienkollegen aus Paris, der Moslem ist und einen leicht südländischen Hautton hat, empfahl bei seinem Deutschlandurlaub Dresden zu besuchen. Denn es dauerte nicht lange, bis ich von anderen Kommilitonen darauf hingewiesen wurde, dass dies doch zu gefährlich für ihn sein könnte. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass ein Aufenthalt in Dresden anscheinend auch als lebensgefährlich eingestuft werden kann.

Da ich nicht einschätzen konnte und bis heute auch nicht kann, wie es zu diesen doch sehr drastischen Auffassungen über meine neue Heimat im Detail kommen konnte, habe ich deshalb diesen Montag eine Fishbowl-Diskussion zu dem Thema „Dresden und Sachsen in den Medien“ besucht. Summa summarum hatte ich den Eindruck, dass auch die Vertreter von Deutschlandfunk und der ZEIT keine wirklich eindeutige Erklärung hatten, weshalb ich hier nur auf eine von mir während der Diskussion gewonnene Erkenntnis eingehen möchte: Es wurden anscheinend auf allen Seiten Fehler begangen – sowohl bei der Politik, als auch den Medien und den Konsumenten / uns allen. Denn für letztere war es zu keinem Zeitpunkt so einfach wie heute, mit eigenen Mitteln selbst das Außenbild von Sachsen und Dresden mit zu gestalten. Man benötigt hierfür lediglich eine Internetverbindung.

Deshalb möchte ich in den nächsten Monaten in verschiedenen Blogbeiträgen herausstellen, was Dresden so lebenswert macht, warum die Technische Universität Dresden eine m.E. hervorragende Alma Mater ist und dass das Elbflorenz mehr als Pegida und Rechtsextremismus zu bieten hat.

SePIA: Szenarien-basierte Plattform zur Inspektion Automatisierter Fahrfunktionen

Im Rahmen meiner Arbeit am Lehrstuhl für Kraftfahrzeugtechnik der TU Dresden beschäftige ich mich in mehreren Projekten mit der Absicherung hochautomatisierter Fahrfunktionen. Eines davon ist SePIA (Szenarien-basierte Plattform zur Inspektion Automatisierter Fahrfunktionen), das von der europäischen Union gefördert wird und in dem eine Vielzahl von sächsischen Projektpartnern mit an Bord ist.

Hintergrund von SePIA ist, dass Fahrzeuge mit automatisierten Fahrfunktionen mindestens die Fahrfähigkeiten eines aufmerksamen menschlichen Fahrers erreichen müssen – und dies über ihre gesamte Lebenszeit hinweg. Das Hauptanliegen von SePIA ist es deshalb, eine Szenarienplattform mit Realfahrszenarien zu schaffen, die aus Unfalldatenbanken, Unfallrekonstruktionen sowie Naturalistic Driving Studies (NDS) gewonnen werden. Mithilfe der Plattform können dann hochautomatisierte Fahrfunktionen hinsichtlich ihrer Funktionstüchtigkeit sowohl bei der Entwicklung als auch z.B. bei einer späteren Hauptuntersuchung beurteilt werden. Eine Besonderheit ist dabei, dass die dargestellten Szenarien auch hinsichtlich ihrer (objektiven) Kritikalität sowie ihrer Repräsentativität für andere Regionen / Länder beurteilt werden sollen.

Mein Einsatzgebiet liegt nun vor allem in der Repräsentativitätsüberprüfung. Gemeinsam mit der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden wollen wir eine Methodik entwickeln, mit der wir die Gültigkeit der Plattform / des Szenarienkataloges für andere Gebiete und Länder ermitteln können – ein nicht triviales Unterfangen, da in der Plattform Stichproben / Daten aus unterschiedlichsten Erhebungen zusammengeführt werden.

„Phantasie und Wirklichkeit holen sich nicht ein.“ (Manfred Hinrich, dt. Philosoph)

Vor meinem ersten Arbeitstag am Lehrstuhl für Kraftfahrzeugtechnik (LKT) habe ich mir oft überlegt, wie denn meine zukünftigen Tätigkeiten aussehen, was auf mich zukommen und wie gut es mir am LKT gefallen würde.

Nach zwei Wochen kann ich nun sagen:

Meine Phantasien und die Wirklichkeit stimmen nicht überein – und das ist gut so!
Auch wenn bereits meine Vorstellungen äußerst positiv waren, so freut es mich umso mehr, so herzlich aufgenommen worden zu sein und vom ersten Tag an die Möglichkeit zu bekommen, in vollkommen neue und spannende Gebiete eintauchen zu können!
Seit Anfang Oktober arbeite ich nun daran, mir endlich die objektorientierte Programmierung (C++) näher zu bringen sowie in die unendlichen Tiefen von GitHub vorzudringen.
Das, was ich mir zu Studienzeiten nie vorstellen konnte – nämlich eines Tages doch noch Code zu analysieren und (bis jetzt noch einfache) Programmfunktionen zu programmieren- ist nun Wirklichkeit geworden.

Auch wenn ich noch großen Respekt vor den neuen Aufgaben und Herausforderungen habe sowie mit der ein oder anderen Codezeile wesentlich länger als geplant kämpfe, so freue ich mich doch schon auf die nächsten Wochen.

Auf dass sich Phantasie und Wirklichkeit nicht mehr einholen mögen 🙂

Ein Blog für alles, das mich bewegt.

Ich habe in den letzten Tagen viel darüber gedacht, welchem Thema ich meinem Blog widmen möchte und bin dabei zu keinem Ergebnis gekommen. Denn es gibt einfach zu viele Bereiche, von denen ich hier erzählen möchte: Seien es interessante Zeitungsartikel oder Bücher, Erkenntnisse im Alltag oder berufliche Herausforderungen – ich möchte alle hier in diesem Blog festhalten.

Da ich gleichzeitig noch sehr unerfahren im bloggen bin, werde ich anfangs ein wenig brauchen, bis ich meinen eigenen Stil gefunden habe. Doch ich bin ganz zuversichtlich, denn wie heißt es so schön: Wird schon wern, sagt Frau Kern!